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Wendland-Bilder aus der Anfangszeit der Fotografie – Ausstellung im Rundlingsmuseum Wendlandhof Lübeln

Vor rund 150 Jahren taten sich Bauern aus 35 wendländischen Dörfern zusammen und gaben ein für damalige Verhältnisse überaus aufwändiges Fotoalbum in Auftrag. Die 42 historischen Aufnahmen des Albums zeigen Häuser und ganze Dörfer des Wendlands sowie ihre Bewohner. Die Aktiven vom Rundlingsverein haben die Fotos zu einer Ausstellung verarbeitet – sie ist bis Ende Oktober 2016 im Lübelner Rundlingsmuseum zu sehen.

Im Rundling Satemin (Ausschnitt, Quelle: HSTAH Dep. 103 XXII Nr. 140). Rund vier Jahre lang hat eine Arbeitsgruppe des Rundlingsvereins daran gearbeitet, diese Ausstellung möglich zu machen. Dies begann damit, zunächst überhaupt Zugang zu den Originalen zu erhalten, die bis heute im Eigentum des Hauses Hannover liegen. Denn die Wendlandbauern hatten das Album 1866 als Weihnachsgeschenk für den damals bereits im Exil lebenden König Georg V. anfertigen lassen. Das Präsent scheint gut angekommen zu sein, denn der gerührte Georg V. schrieb seiner Frau: „Das von den Wendländern Dir für mich überreichte Album ist von unschätzbarem Werthe für mich.“

Aus heutiger Sicht stellt das Fotoalbum ein einmaliges und unschätzbar wertvolles Zeitdokument dar. Bis heute nutzt beispielsweise die Denkmalpflege die Aufnahmen als wichtige Quellen für die Beratung von Hauseigentümern. Die 42 historischen Aufnahmen geben Auskunft über das Aussehen der Häuser und ganzer Dörfer, die meisten davon sind Rundlinge in einem sehr engen Kreis zwischen Grabow, Zeetze und Bösel. Meist sind auf den Fotos auch Bewohner in Arbeitstracht, mit landwirtschaftlichen Gerät und mit Tieren zu sehen. Einige Aufnahmen zeigen damalige Gutshöfe wie Banneick, Königshorst und das Untergut Grabow, zwei zeigen den Lüchower Amtsturm und das Amtsgebäude.

Im Rundling Gühlitz (Ausschnitt, Quelle: HSTAH Dep. 103 XXII Nr. 140). Die Ausstellung des Rundlingsvereins, die dauerhaft im Rundlingsmuseum Wendlandhof Lübeln zu sehen sein wird, zeigt einerseits die historischen Aufnahmen, stellt ihnen aber auch jeweils zeitgenössische Ansichten gegenüber und ergänzt sie mit Berichten über das dörfliche Leben jener Zeit. Vergrößerungen von Ausschnitten geben die Möglichkeit, Arbeitsgeräte oder Trachtenteile genauer zu betrachten. Zudem thematisiert die Ausstellung die Anfänge der Fotografie, die technisch äußerst aufwändig war, aber, obwohl sie damals noch in den Kinderschuhen steckte, aus heutiger Perspektive überraschend gute Aufnahmen hervorbrachte.

Begleitend zur Ausstellung gibt der Rundlingsverein eine 150 Seiten umfassende Publikation heraus. Im Handel wird sie ab Mitte Oktober erhältlich sein.

Die Ausstellung steht Besuchern während der Öffnungszeiten des Museums offen: bis Ende Oktober Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 10-17 Uhr.

Der Rundlingsverein ist Mitglied im Museumsverbund Lüchow-Dannenberg e. V.: www.museen-wendland.de.

 

 

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