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Jüdische Lieder und Gedichte zu Skulpturen – Kulturelle Stadtpartie feiert Midissage im Kreishaus Lüchow

Märchen-Kopf-Baum - eine Papierschöpfarbeit von Irene StraußLüchow. Noch bis zum 25. Oktober 2013 zeigen Johann E. P. Strauß, Doris Schwarz, Irene Schwarz und Hanínga Thiel im Rahmen der "Kulturellen Stadtpartie" im Lüchower Kreishaus ihre künstlerischen Arbeiten. Am Freitag, dem 18. Oktober um 18 Uhr findet hier die Midissage der Reihe statt.

Nach der Begrüßung durch die Anfang September ins Amt eingeführte Kreisbaurätin Maria Schaaf spielt das Musikerquartett "A Maysele" auf. Vielen ist "A Maysele" als fester Bestandteil der "Kulturzeit" des Wenjenhofs in Lomitz ein Begriff. Die vier Musiker spielen unter anderem Klesmermusik. Diese traditionelle Hochzeits- und Festmusik der jiddischsprachigen Juden in Osteuropa wurde in den 1970er Jahren im Westen populär und ist heute weit verbreitet. Es spielen: Doris Schwarz (Klarinette), Helga Körting (Klavier), Dieter Reckers (Cello und Gesang) sowie Susanne Hanspach (Geige).

Johann E. P. Strauß liest im Rahmen der Midissage Lyrik, teils zu den von ihm ausgestellten Holzskulpturen. Im Mittelpunkt seiner bildhauerischen wie lyrischen Arbeiten steht dabei der Mensch mit all seinen Widersprüchen, Nöten und Sehnsüchten. Strauß fragt: "In welchen Lebenslagen können und sollten wir rechnen, gestützt auf Zahlen und Fakten? Und wo hat jegliche Berechnung ihre Grenzen oder führt gar in die Irre?"

Im goldenen Käfig - Holzskulptur von Johann E. P. StraußÜber sechs Etagen des Verwaltungsgebäudes – vom Foyer bis unters Dach - sind die künstlerischen Arbeiten der vier Aussteller zu sehen: Papierschöpfarbeiten von Irene Strauß, Malerei von Irene Strauß, Skulpturen von Johann E. P. Strauß und Malerei und Objekte von Hanínga Thiel.

Die Ausstellung ist montags bis donnerstags von 8.30 bis 16 Uhr und freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr zu sehen. Für Gruppen öffnet das Kreishaus darüber hinaus gerne nach Vereinbarung.

 

Hintergrundinformationen zu den einzelnen AusstellerInnen:

Irene Strauß arbeitet vorrangig als Papierschöpferin. "Mein Arbeitsmaterial ist zerkleinertes Altpapier, dem ich Farbpigmente und Pflanzenfasern und -teile zugebe", erklärt Irene Strauß. In diese "Pulpe" legt sie ergänzend unterschiedlichste Materialien ein, so dass "geschöpfte Bilder" entstehen. Durch Zerreißen und Neu-Zusammenfügen geschöpfter Bilder entstehen auch Collagen. Irene Strauß verwendet für ihre Arbeiten zudem Drucktechniken, bevorzugt Pflanzendruck. "Meine Anregungen nehme ich aus der Natur, greife aber auch Lyrik verschiedener Autoren auf oder binde selbstverfasste Haikus in meine Arbeiten ein." Die Schriftzüge werden dabei zum gestalterischen Element eines Bildes.

Malerei von Doris SchwarzIn den Bildern von Doris Schwarz, die künstlerisch gleichermaßen in der Musik wie der Malerei zuhause ist, begegnen sich Farbe und Klang - und das nicht nur, indem sie musizierende Menschen abbildet, sondern auch in Landschaften und Stilleben. "In Komposition und transparenter Farbgestaltung finden sich Rhythmus und Klang wieder und erzeugen eine subtile Farbigkeit mit Lichteffekten", sagt sie selbst über ihre Arbeiten. Die gebürtige Berlinerin war lange als Musiklehrerin tätig, begann dann jedoch ergänzend ein Studium der Malerei an der Hochschule der Künste Berlin bei Professor Bruno Merbitz und Carl Timner. Seit 1983 waren ihre Bilder in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen.

Bevor Johann E. P. Strauß ganz zur Bildhauerei kam, standen Philosophie, Pädagogik und Mathematik im Zentrum seines beruflichen Lebens. "Die Erfahrungen, die ich als Lehrer, Lehrerausbilder und Schulbuchautor gesammelt habe, fließen jedoch ohne Bruch in mein künstlerisches und sprachgestalterisches Schaffen ein", schildert Johann Strauß, der in der Ausstellung im Kreishaus neben 12 Holzskulpturen auch jeweils darauf bezogene lyrische Texte zeigen wird. Das Holz für seine Arbeiten stammt im übrigen aus heimischen Gärten und Wäldern. Besonders verwendet er Stämme mit charakteristischen Besonderheiten.

Objekt von Hanínga ThielHanínga Thiel interessiert die Frage, wie Gegenstände und der tägliche Umgang mit ihnen unser Leben bestimmen. Und umgekehrt: wie unser tägliches Handeln die Bedeutung und Gestaltung von Dingen beeinflusst. Muss angesichts ungeheurer Mengen von Müll beispielsweise der Begriff "Abfall" neu definiert werden? Hierzu zeigt sie mehrere Objekte, für die sie alte Lkw-Planen zu Kunst verarbeitet hat. Außerdem sind unter anderem Bilder aus der Serie "AHOI" zu sehen.

 

 

 

 

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